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Bodil Jørgensen

Bodil Joensen, Quelle: Penetrating Insights

Geburtsdatum: 25. September 1944 (Hundige, Dänemark)

Todesdatum: 3. Januar 1985 (Kopenhagen, Dänemark)

Todesursache: Leberzirrhose

Pseudonym: Bodil Joensen

Leben

Bodil wuchs mit einer extrem christlichen Mutter und einem stets abwesenden und alkoholkranken Vater (Militär) auf. Die Mutter verhielt sich extrem physisch und emotional gewalttätig. Wenn sich die kleine Bodil auf dem Nachhauseweg mit einem Klassenkameraden unterhielt wurde sie verprügelt. Als sie mit 12 Jahren ihrer Mutter von einer brutelen Vergewaltigung erzählte, die ihr auf dem Nachhauseweg wiederfahren war, wurde sie dafür verantwortlich gemacht und wiederum verprügelt. Einmal erzählte ihr ein Mann von seiner Faszination von Tieren uns Sex. Als ihre Mutter dies mitbekam rief diese die Polizei. Man fand eine Flasche Chloroform bei ihm und sperrte ihn für eine kurze Zeit ins Gefängnis. Bodil wurde von der Mutter massiv verprügelt und mehrere Tage auf dem Speicher eingesperrt. Sie wurde als Schlampe bezeichnet und als nicht würdig empfunden mit der Familie am Tisch zu essen. Sie bekam das Essen deshalb gebracht. Im Schock sagte Bodil zu ihr: “Wenn ich groß bin, werde ich einen Eber ficken.“

Die Eltern ließen sich scheiden als sie 12 war und es folgten zahlreiche Umzüge. Bodil besuchte innerhalb kürzester Zeit acht verschiedene Schulen und verließ diese nach der 7. Klasse schließlich ganz. Ihr ursprünglicher Traum Tierärztin zu werden, sie liebte Tiere über alles, war damit erledigt Ihren Geschwistern erging es nicht anders. Ihre 2 Jahre jüngere Schwester wurde mit 17 verheiratet, als sie ungeplant schwanger geworden war.

Mit 15 ging sie von zu Hause weg und war zunächst wohnungslos, bis sie einen Job auf einem Bauernhof fand. Sie machte gerne lange Spaziergänge und traf eines Tages auf einen verheirateten Holzfäller. Dieser hatte eine Flasche Schnaps bei sich, machte sie betrunken und verging sich an ihr.

Ihr großer Traum wurde wahr als sie mit 17 Jahren schließlich ihren eigenen Tierzuchtbetrieb eröffnete (Insemination Central). Ihr größter Traum.

Bodil erhielt eindeutige, vulgäre Angebote per Post, die sie jedoch alle ablehnte.Da die Bauersfrauen jedoch extrem eifersüchtig auf die junge, gutaussehende Farmerin waren, verboten sie ihren Männern den Umgang, mit schweren finanziellen Folgen für Bodil. In diesem Alter drehte sie ihren ersten Fetischfilm.

Mit 25 hatte sie die Idee ihren Betrieb mit zoophilen Pornofilmen zu retten, nahm Kontakt zu der Filmfirma Colar Climax Corporation auf, die damit binnen kürzester Zeit Millionen machte. Innerhalb weniger Monate hatte Bodil genug verdient um ihre Farm zu retten. Zwischen 1969 und 1972 drehte sie etwa 40 solcher Filme. Durch eine Änderung in der dänischen Gesetzgebung waren diese alle legal.

Einer ihrer Tierporno-Filme „One Summer Day (Animal Lover) gewann 1970 den „Grand Prix“ beim ersten Wet Dreams Filmfestival und machte sie über Nacht zum Underground-Star. Busse von Sextouristen besuchten sie auf ihrer Farm. Freunde sagen sie „wurde von jedem, der eine Kamera hatte, ausgebeutet“.

Anfang der 80er Jahre boomte die VHS-Kassette und es war die Zeit der „Homevideos“. Alle konnten nun eigene Filme aufnehmen, vervielfältigen und auf den Markt werfen. 1981 erschienen vier zoophile Filme auf dem (Untergrund-) Markt, die keine eigenen Titel hatten, aber unter dem Namen „Animal Farm“ vertrieben wurden. Diese wurden für bis zu 70 Pfund in Soho unter der Ladentheke verkauft und gingen weg „wie warme Semmeln“. Die Polizeirazzien kamen zu spät: Die Filme verbreiteten sich schnell national, als auch international. Berichten zufolge wurden Szenen aus den Filmen auch jugendlichen Fussballspielern in Victoria vorgeführt. Zur Verfügung gestellt wurden die Filme erschreckenderweise von der örtlichen Polizei.

Ende der 80er Jahre lebte sie zusammen mit ihrem Ehemann Knud Andersen und der gemeinsamen Tochter im eigenen Zuhause. Um den Lebensunterhalt zu sichern empfing sie immer noch Sextouristen. Die Pornobranche hatte ihr als Frau Mitte 30 längst den Rücken zugekehrt – sie war nicht mehr interessant.

Danach folgten schwere Zeiten für sie: Ihre Schäferhündin Spot starb. Spot war ihre treue Begleiterin seit ihrem zehnten Lebensjahr. Sie bekam sie aus einer Tierklinik. Sie war eine kleine, schwache, geschlagene Hündin. Aber sie war ihre einzige Freundin und immer an ihrer Seite. Bodil und Spot waren unzertrennlich. Bodil bekam Depressionen, begann heftig zu trinken, rauchte um die 100 Zigaretten am Tag, nahm rund 30 Kilo zu und der Alltag mit seinen vielen Terminen hielt sie aufrecht. Sie performte Live-Show-Sex-Acts mit einem Hund in einem Club in Kopenhagen: 3 Shows an 7 Tagen der Woche. Auch Bodils Mann war schwerer Alkoholiker. Durch ihre Sucht konnten die beiden sich nicht mehr um die Tiere kümmern. Die alarmierte Polizei und Veterinäramt fanden die Tiere 1981 in einem schrecklichen Zustand vor. Keines der Tiere konnte gerettet werden, alle wurden eingeschläfert.

Bodil erhielt eine Gefängnisstrafe von 30 Tagen wegen Vernachlässigung und Tiermissbrauch. Aus Verzweiflung stieg sie in die Prostitution im Kopenhagener Rotlichtviertel ein um den Lebensunterhalt für sich, ihren Mann und die gemeinsame Tochter zu bestreiten, und sagte: „In meiner Position ist es schwer irgendetwas abzulehnen, egal wie eklig es auch sein mag – für mich ist das Überleben im Prostitutionsgeschäft die Hölle“. Oft tauschte sie Sex gegen Alkohol um ihre Sucht zu befriedigen. Ausgerechnet zu jener Zeit der Hochkonjunktur ihrer Filme, die weltweit über die Bildschirme flimmerten.

Irgendwann war ihre einzige Einnahmequelle ein Nachbar, der sie als Freier mit Essen und Alkohol bezahlte. Dieser erzählte später sie sei zu dieser Zeit zu Geschlechtskontakten überhaupt nicht mehr fähig gewesen. Sie hätten es seiner Aussage nach einmal damit versucht, es habe jedoch keinen Sinn gehabt. Ab dann klopfte sie dann häufiger an seine Tür, um ihm für eine Flasche des billigsten Kirschlikörs einen „runterzuholen”. Am Ende ihres Lebens trank sie 1 ½ Flaschen Schnaps am Tag. Alle Freunde hatten sich von ihr abgewandt. Müde und traurig starb Bodil am 3. Januar 1985 an Leberzirrhose, im Alter von 40 Jahren.

Noch heute sehen viele in Bodil die Pionierin der sexuellen Freiheit und des sexuellen Ausdrucks, aber andere sind in der Lage die missbrauchte, naive Frau, die rücksichtslos von der Pornoindustrie ausgebeutet wurde, die sie repräsentierte, zu erkennen.

Sonstiges

Ein Kapitel in Jack Stevensons Buch „Fleshpot: Cinema´s Sexual Myth Makers and Taboo Breakers“ handelt von ihrem Leben und ihren Filmen.

2006 wurde eine Dokumentation unter dem Titel „The Dark Side of Porn. The Real Animal Farm“ mit einem Blick hinter die Wahrheit des Films „Animal Farm“ veröffentlicht.

Quellen

pornography/deadpornactors/bodiljoensen.txt · Last modified: 2015/08/31 12:36 (external edit)