Name unbekannt

29 Jahre

Montag, 19. November 2007

Bonn Straßenstrich

Der gerade erst aus der Haft entlassene Mörder der 20-Jährigen Bettina Pluta und Vergewaltiger in drei weiteren Fällen, Achim D., wird nach bereits 2 Monaten rückfällig. Er entführte eine 29-Jährige Prostituierte vom Bonner Straßenstrich. Nur mit einer dramatischen Aktion auf der Autobahn konnte sich die Frau befreien. Ein Porsche-Fahrer las die Frau auf, die in Panik mitten auf die Fahrbahn gelaufen war. Motiv: Frauenhass 1)

Und keinen Ton hat er bisher zu den Vorwürfen der 29-jährigen Prostituierte gesagt, deren Anzeige ihn nun erneut vor Gericht gebracht hat.

Und die am Dienstag im Zeugenstand noch einmal schilderte, wie er sie in der Nacht des 19. November 2007 am Bonner Straßenstrich ins Auto aufnahm, mit ihr plötzlich wortlos auf die Autobahn Richtung Siegburg raste, wie sie ihn vergeblich anbettelte, sie aussteigen zu lassen. Wie sie immer mehr Angst bekam vor diesem seltsam blickenden Mann, der nur noch schneller fuhr, bis sie ihm endlich so ins Lenkrad griff, dass er auf der Autobahn anhalten musste.

Und - für sie das Schlimmste: Wie er sie auch dann nicht gehen ließ, als sie aus dem Auto sprang und versuchte, andere Wagen anzuhalten. Immer wieder, so schilderte sie im Zeugenstand, habe er versucht, sie zurück ins Auto zu zerren, bis endlich einer anhielt.

„Ihr Lebensretter“, ist sie sicher. Dass Achim D. sie nicht gehen lassen wollte, erklärt die Gutachterin, Professor Anke Rohde, mit Achims D.'s unbändigem Bedürfnis, Macht über Frauen ausüben zu müssen. Soweit sie das beurteilen könne, meinte die Gutachterin, stelle der Mann mit der instabilen und dissozialen Persönlichkeit, der bisher nicht bereit war, sich mit seinen Taten auseinanderzusetzen, weiterhin eine Gefahr dar. Sie kann ihr Gutachten jedoch nur auf die Akten stützen - und auf ihre Beobachtung des Angeklagten im Prozess: Er weigerte sich bisher, mit ihr zu reden.

Nun spricht er, sein Ton ist aggressiv und wird immer aggressiver: Er wisse überhaupt nicht, was das alles solle. Er habe der Frau nichts getan. Die Prostituierte habe sofort „rumgezickt“, und verlangt, dass er seine Zigarette ausmacht. Seine Stimme ist regelrecht bösartig, als er sie dabei nachäfft. Er merkt es selbst, entschuldigt sich schnell. Er habe gar nicht gewusst, was sie wolle, als sie angefangen habe rumzuschreien.

Er sei sowieso noch völlig „zugedröhnt“ und aufgedreht gewesen von den Drogen vom Vortag. Deshalb habe er auch „ein Nümmerchen schieben wollen“, um zur Ruhe zu kommen. Nicht er habe sie nicht aussteigen lassen wollen, sondern sie habe das Auto nicht verlassen wollen. Und er habe sie auch nicht geschlagen. „Dann hätte die anders ausgesehen. Ich war der stärkste Mann von Aachen“, sagt er und meint das Aachener Gefängnis.

Und dann gibt er seine ganz eigene Erklärung ab für die zerrissene Kleidung der 29-Jährigen und die Szene, die auf der Autobahn zu sehen war: Er habe an der Frau nicht gezerrt, um sie ins Auto zu bekommen, sondern um sie davor zu bewahren, überfahren zu werden.


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  • Zuletzt geändert: 2017/07/04 19:57
  • von hanna