Britta B.

Britta B., 39, [angeblich] „Afrikanerin“1) 2)

Freitag, 29. Februar 2008, Fürth, Herrenstrasse 91, Appartment 105

Britta B. wurde in „Afrika“ geboren.3) 4)

Sie lebte seit einer Woche in Fürth und wurde dort in dem Wohnkomplex „Sonnenhof“ in der Herrenstraße prostituiert. 5)

Am Tattag klingelte der 61-jährige Rentner bei ihr und gab sich als „Peter“ aus.

Er zückte einen Elektroschocker und griff sie, nur mit Dessous bekleidet, damit an. Dann folgte ein ein-stündiges Martyrium. Der Rentner schlug und trat die sich heftig wehrende Frau, er würgte und strangulierte sie mit einem Nylonstrumpf.

Dann zückte er ein Messer, schnitt der Prostituierten die Kleider vom Leib und fügte ihr am ganzen Körper, darunter am Thorax, an den Händen und am Nacken, Stiche zu. Währenddessen hatte er ein weiteres Messer zwischen den Zähnen.

Sie bot ihm irgendwann Geld an, er ließ dennoch nicht von ihr ab.

Mit aller Kraft wehrte sie sich, doch der ließ nicht von ihr ab, sondern verwendete zwischendurch noch einmal den Elektroschocker, sodass die Frau vorübergehend ohnmächtig wurde.

Fritz F. zückte daraufhin ein Kabel und schlug damit mehr als 50 Mal auf sein Opfer ein.

Es gelang ihr die Flucht über den Balkon, wo sie nach Hilfe rief.

Sie verlor dabei ein Fingerglied, das wieder angenäht werden konnte. Der Finger wird sich nie wieder richtig bewegen lassen können.

Fritz F. flüchtete, wurde aber alsbald festgenommen, weil Aufnahmen einer Videokamera ihn zeigten.

Vor Gericht gab er vor, aus finanziellen Motiven heraus gehandelt zu haben, sexuelle hätten dabei keine Rolle gespielt, auch Tötungsabsichten hätte es keine gegeben. Das Gericht hingegen ging von Heimtücke aus und dass er „zur Befriedigung seines Geschlechtstriebes“6) versucht habe, sie zu töten. Auch Britta B. gab an „Das alles hatte nichts mit Sex zu tun. Er war erpicht darauf, mich zu töten.“7)

In seinem Urteil stufte das Landgericht Nürnberg-Fürth die brutale Misshandlung der Prostituierten als versuchten Raubmord ein. Hinweise für eine sexuell motivierte Tat sah Richter Richard Caspar anders als Staatsanwalt Michael Schrothberger nicht. Alles deute vielmehr darauf hin, dass der Nürnberger sein Opfer aus Geldnot habe berauben wollen, der Überfall aber aus dem Ruder gelaufen sei.

„Ihm wäre es egal gewesen, wenn sein Opfer verblutet wäre“, sagte der Vorsitzende der Schwurgerichtskammer, Richard Caspar. Weder habe es sich um eine Tat im Affekt noch um die Tat eines Wahnsinnigen gehandelt, meinte der Richter. Der Grund für die Gewaltorgie liege in der unverhofften heftigen Gegenwehr des Opfers.

Positiv wirkte sich im Strafmaß aus, dass Fritz F. im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs Britta B. 10 000 Euro Schmerzensgeld zukommen ließ. Die Summe lieh ihm sein Bruder.8)

Fritz F. wurde wegen versuchten Raubmords mit einer Gefängnisstrafe von acht Jahre und sechs Monaten verurteilt.


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  • Zuletzt geändert: 2015/03/13 18:10
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