Carla M.

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Freitag, 12. Juli 1985, Nürnberg, Terminwohnung

Carla hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Nachbarschaft. Wenige Tage vor der Tat erzählte sie einer Nachbarin, dass sie aus der Prostitution aussteigen und ein Café eröffnen wolle.

Carla wurde mit mindestens 20 Messerstichen an Kopf, Hals, Brust und Extremitäten ermordet. Die Verletzungen ließen auf einen verzweifelten Abwehrkampf schließen.

Es gab in der Zeit um die Tat an Carla M. mindestens drei weitere Mordversuche gegen prostituierte Frauen mit gleichem Tatmuster in der Umgebung: Als vorgeblicher Freier verschafft sich der Täter Zutritt in die Terminwohnung, bedroht das Opfer mit dem Messer, fesselt und vergewaltigt es. Anschließend beraubte er sie. Die Fingerabdrücke des Täters konnten auf dem Klebeband sichergestellt werden.

Bei der Tat an Carla verlor der Täter einen Schuh und hinterließ in ihrem Blut einen Fußsohlenabdruck. Anthropologen der Uni Frankfurt konnten anhand dieses Abdruckes feststellen, dass der Fuß des Täters durch eine Deformation gekennzeichnet war. Auch eine Blutspur von ihm konnte von ihm am Tatort sichergestellt werden.

1984 wurde AFIS eingeführt (Programm zum Abgleich von Fingerabdrücken). Das Bayrische LKA konnte so die Spur einem Mann zuordnen, der bereits wegen Eigentumsdelikten polizeilich bekannt war: Bernhard F. Ihm konnte die Tat anhand eines Fußabdruckabgleichs eindeutig zugeordnet werden. Er räumt nun ein, dass er sie vergewaltigen wollte, und durch ihre Gegenwehr zum Mörder wurde.

Der Fall Carla M. war der erste Fall, bei dem durch AFIS eine Tat ermittelt werden konnte und bei der erstmals vor Gericht ein Profiler aussagte.

Bernhard F. wurde vom Jugendgericht (er war zum Tatzeitpunkt noch minderjährig) zu 10 Jahren Haft verurteilt.

Anwälte der Toten - Der Killer

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  • Zuletzt geändert: 2017/06/20 14:52
  • von hanna