Cristina B.

Cristina B., 25 Jahre, Rumänin (Salonta), Quelle: Express

25 Jahre, Rumänin

„Christina“ „Vivien“

20. Januar 2012, Suite 610, Radisson Blu Media Harbour Hotel, Düsseldorf

Über Cristina sagen ihre Bekannten, dass sie Englisch, Spanisch und Deutsch fließend sprach und sich aus den Hinterhof-Puffs in die edlen Hotels hochgearbeitet habe. „Cristina wollte ein besseres Leben und hat es für eine Weile gefunden“, sagt eine Kollegin. Sie stammte aus sehr ärmlichen Verhältnissen, aus einer der ärmsten Siedlungen Europas. Ihren Eltern erzählte sie sie arbeite als Angestellte einer Reiseagentur. Sie schickte 1000 Euro im Monat nach Hause.

Im Düsseldorfer Stadtteil Heerdt fing sie an als Escort Lady Vivien zu arbeiten und lebte und arbeitete dort mit einem Dutzend anderer rumänischer Prostituierter. Bevor sie nach Deutschland kam, habe Cristina in Spanien gelebt.

Die Leiche von Cristina B wurde am 20.01.12 von einem Zimmermächen entdeckt. Sie war blutüberströmt und nackt und nur mit Socken bekleidet. Ihr Körper wies 18 Stichverletzungen auf, vor allem in Brust und Nacken.

Arif D., Quelle: Express

Der Täter Arif D. (42) beteuert seine Unschuld und wirft der Polizei vor, schlampig zu ermitteln. Ein anderer Mann habe Cristina getötet, während er in der Hotel-Sauna war. Er bestritt, Cristina habe in der Zeit ihrer Beziehung als Prostituierte gearbeitet. Man habe sich ein gemeinsames Leben in Rumänien aufbauen wollen. Er ließ sich von Star-Verteidiger Rüdiger Spormann verteidigen. Zunächst hatte er sich in die Türkei abgesetzt, kehrte aber nach 11 Tagen nach Deutschland zurück und ließ sich festnehmen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Arif D sich in Cristina B. verliebt hatte. Er soll ihr versprochen haben sie aus dem Rotlichmilieu herauszuholen und mit ihr ein neues Leben zu beginnen. Unter anderem soll er ihr eine halbe Million Euro zugesagt haben. Da er so viel Geld in Wirklichkeit jedoch gar nicht hatte, soll es in der Tatnacht zum tödlichen Streit gekommen sein. Tatsächlich war der Täter pleite und stand kurz vor dem Offenbarungseid. Dennoch berichten Zeugen er habe immer viele Scheine bei sich gehabt. Eine Zeugin gab an, er habe sich als millionenschwerer, krebskranker Gönner ausgegeben. Cristina B. wollte das Geld annehmen und zu ihrem Freund nach Rumänien zurückkehren. Arif D. war bei Cristinas Escort-Service als Freier registriert.

Arif D. wurde vom Landgericht Düsseldorf zu 10 Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt.

Cristinas große Schwester kam vermutlich kurz nach Cristinas Geburt in Rumänien ebenfalls durch einen Mord ans Leben. Sie verschwand spurlos. Auch sie arbeitete als Prostituierte. Der Fall wurde bis heute nicht aufgeklärt.

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  • Zuletzt geändert: 2015/03/13 18:10
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