Denise Behlmer

20 Jahre, Deutsche

Denise Behlmer, Quelle: SHZ

August 2012

Kiel

Denise Behlmer war Mutter von zwei Kindern. Mit 16 war sie zum ersten Mal schwanger (eine Tochter), mit 18 zum zweiten Mal. Das Jugendamt hatte die Vormundschaft für die beiden Kindern übernommen.

Bereits mit 13 Jahren war sie in die Rauschgift-Szene abgerutscht und, trotz Versuchen ihrer Familie, sie zu einer Therapie zu überreden, offenbar bis zu ihrem Tod akut drogenabhängig.

Freunde berichteten Denise sei zur Prostitution gezwungen worden. Sie war unter anderem in Bordellen in der Kieler Iltisstraße tätig.

Denise Leiche wurde erst Monate nach der Tat im März 2013 in einem Müllsack an der B76 in Kiel-Elmschenhagen tot aufgefunden. Die Leiche war stark verwest, weshalb Denise nur durch eine DNA-Probe identifiziert werden konnte.

Ein Freund berichtete von einer SMS von Denise auf sein Handy: „Sie haben mir Tropfen gegeben. Ich schlafe gleich ein.“

Eineinhalb Jahre vor der Tat sagte Denise in einem Prozess gegen einen Mann, mit dem sie zwei Jahre liiert war und der der Vater ihrer Tochter war, wegen Drogengeschäften und Zuhälterei aus. Er wurde zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Dem Mann wurden Kontakte zu den Hells Angels nachgesagt. Er wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, musste diese jedoch – nach einem Revisionsverfahren – erst kurz vor der Tat antreten.

Die Familie von Denise erhob Vorwürfe gegen die Polizei, da diese nach Denise Verschwinden nicht öffentlich nach ihr gefahndet habe. „Als ich mich beschwerte, sagte man mir, Denise sei ja bereits über 18 und da sei es statthaft, sich auch einmal längere Zeit nicht zu melden“, so die Mutter. „Vielleicht nahmen die Beamten den Fall nicht so ernst, weil sie glaubten, meine Denise wäre eine drogensüchtige Rumtreiberin.“ Die Familie druckte die Vermisstenplakate selbst. Die Kieler Polizei wies diese Vorwürfe zurück.

  • prostitutionmurders/de/denisebehlmer.txt
  • Zuletzt geändert: 2015/03/13 18:10
  • (Externe Bearbeitung)