Elfriede Babicke

35 Jahre

4. Dezember 1954, gegen 3:30 Uhr, Pestalozzistraße 42, Berlin Charlottenburg

Elfriede lebte in Westberlin.

Am 3. Dezember 1954 lernte der 26 Jahre alte Täter Erwin Schottke Elfriede in einem Westberliner Lokal „Arche Noah“ am Stuttgarter Platz kennen. Gegen 3:30 Uhr am 4. Dezember erwürgte er sie wegen eines Streits um 5 DM im Ruinengrundstück Pestalozzistraße Nr. 42 in Berlin-Charlottenburg und schlug anschließend mit einem Ziegestein brutal auf sie ein. Nach dem Mord lief Schottke zwei Tage lang in Berlin umher. Da ihm „der Boden zu heiß“ wurde, fuhr er in die DDR zurück, wo er am 23. Februar von der Volkspolizei verhaftet wurde. Er gestand die Tat.

Aus der Berliner Zeitung vom 25. Februar 1955:

„Schottke verließ im Oktober 1954 seine Frau und sein Kind und begab sich von Düsseldorf in die DDR. Hier gelang es ihm. Arbeit zu erhalten, indem er den Behörden die wahren Gründe seiner Flucht aus Westdeutschland und seine sieben Vorstrafen mit insgesamt 16 Monaten Gefängnis wegen Unterschlagung, Diebstahl und Betruges verheimlichte. Wegen angeblichen Heimwehs kehrte er nach vier Wochen wieder nach Düsseldorf zurück. Er setzte »ich zunächst nach Westberlin ab und meldete sich in einem Flüchtlingslager. In der Folgezeit trieb sich Schottke mit zweifelhaften Personen im Westberlin umher und lebte vorwiegend von Lebensmittelschiebungen“ Vor Gericht schilderte er seine „trostlose Jugend im Rheinland“ und der zerrütteten Ehe seiner Eltern. Er ging nicht zur Schule und konnte deshalb auch später nicht lesen und schreiben.

Neue Zeit, Do. 16. Dezember 1954, Jahrgang 10 / Ausgabe 293 / Seite 6

Berliner Zeitung, Fr. 25. Februar 1955, Jahrgang 11 / Ausgabe 47 / Seite 6

Berliner Zeitung, Di. 14. Juni 1955 Jahrgang 11 / Ausgabe 136 / Seite 6

Berliner Zeitung, Di. 14. August 1956, Jahrgang 12 / Ausgabe 188 / Seite 6

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