Erna Krug

45 Jahre

22./23. Oktober 1969, Wilhelmshaven

Erna Krug war Küchenhilfe an der Prince Rupert School und Gelegenheitprostituierte 1) in Wilhelmshaven. Am Abend des 22. Oktobers 1969 ist ihr Dienst um 20:30 Uhr beendet, sie und ihre 3 Kolleginnen werden, wie jeden Abend, mit einem Kleinbus zum Bahnhof gefahren.

Sie bemerken, dass sie von einem weißen PKW (Opel) verfolgt werden, was schon desöfteren zuvor geschehen war. Bei dem Fahrer des PKW handelt es sich um einen „Bekannten“ von Erna Krug, auf den sie an diesem Abend nicht gut zu sprechen ist. Gegen 21 Uhr erreicht der Kleinbus den Bahnhof, der Opel-Fahrer parkt einige Meter entfernt, die Frauen steigen in ihre Anschluss-Busse ein. Ob Erna an diesem Abend zu dem Opel-Fahrer eingestiegen ist, ist nicht bekannt.

Gegen 22:30 Uhr wird Erna Krug am Börsenplatz (Wilhelmshaven) gesehen. In den umliegenden Bars ist es wegen der Übertragung eines Fußballspieles ruhig. 2 Taxi-Fahrer, die Erna schon länger kennen, berichten, dass es an diesem Abend so ausgesehen habe, als warte sie auf jemanden. Sie beobachten, wie (wieder) ein Opel-Fahrer anhält und eine kurze Unterhaltung zwischen den beiden stattfindet, woraufhin der Opel weiterfährt. Er wird anschließend immer wieder dabei beobachtet, wie er auffallend langsam an Erna vorbei fährt und sie ausiebig mustert.

Erna wird anschließend erneut dabei beobachtet, wie sie mit einem Mann aus einem grünen Opel (Kadett?) ein kurzes Gespräch führt.

Erna bittet den Taxifahrer (den Zeugen) darum, ihr einen 50,00 Mark-Schein in 10er zu wechseln. Auf die Frage, ob sie einen neuen Verehrer habe, antwortet sie, dass er (der Mann aus dem grünen Opel) noch einmal wiederkommen möchte, sie wisse es nicht genau.

Erna wird am nächsten Morgen von ihrer 13-jährigen Tochter ermordet im Bett aufgefunden.

Der Fall wurde erst 27 Jahre später aufgeklärt:

Im August 1996 endlich konnte der Täter, ein zum Tatzeitpunkt 23 Jahre alter Seemann aus Wilhelmshaven, sein schlechtes Gewissen nicht mehr ertragen. Der Mann war seit einem Schlaganfall an den Rollstuhl gefesselt und hatte jahrzehntelang vergeblich versucht, die Tat zu vergessen. Mehrmals hatte er versucht, sich das Leben zu nehmen. Jedesmal wurde er gerettet. Zuletzt stürzte er sich in ein Hafenbecken, auch diesmal wurde er gerettet. Im Krankenhaus schließlich verlangte er nach der Polizei und legte ein umfassendes Geständnis ab. In der Sendung vom 23.08.1996 wurde über die, in ihrer Art wohl einmalige, Aufklärung der lange zurückliegenden Tat berichtet. 2)

Aktenzeichen XY ungelöst vom 22. Mai 1970


1)
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