"Sissy"

„Sissy“, Quelle: Polizei Salzgitter

40 Jahre alt

Ungarin

Freitag, 4. November 2016

Großraum Hannover, an der Bundesstraße 494 zwischen Hildesheim und Peine

Parkplatz an der B 494 bei Hofschwicheldt nahe der Kreuzung Deutscher Kaiser (im Wohnwagen („Lovemobil“))

Tatort, Quelle: Polizei Salzgitter

Die Leiche wies Zeichen der Gewaltanwendung auf. Es wird von einem Tötungsdelikt ausgegangen

„Sissy“s nackte Leichte wurde gegen 22:30 Uhr, wohl von ihrem Zuhälter, entdeckt. Sie hatte laut eigenen Aufzeichnungen am Mordtag zehn Freier.

Im Apri 2017 wurde gegen den mutmaßlichen Täter (45) Anklage erhoben.

Wie Christina Pannek, die Sprecherin der Hildesheimer Staatsanwaltschaft, am Montag berichtete, soll der aus dem Kreis Wolfenbüttel stammende Mann sein Opfer am 4. November zwischen 21.55 Uhr und 22.05 Uhr getötet haben. Der Mann war an diesem Abend zunächst als Kunde im Love-Mobil zwischen Hofschwicheldt und Stedum. Danach soll er mit seinem Auto zur Tankstelle nach Rosenthal gefahren sein, wo er vorm Tanken vergeblich sein Portemonnaie suchte. Weil er vermutete, es in dem Wohnwagen der Ungarin vergessen zu haben oder sogar von ihr bestohlen worden zu sein, machte er laut Anklage kehrt und fuhr zum dunklen Parkplatz zurück. Die Suche nach der Geldbörse führte aber nicht zum Erfolg – stattdessen geriet der Mann sich mit der Prostituierten in die Haare, weil diese sich zu Unrecht beschuldigt fühlte. Irgendwann holte der 35-Jährige in seiner Wut aus und schlug die Frau mit der Faust zu Boden. Als sie vor ihm im Wohnwagen lag, kniete er sich laut Pannek auf sie und würgte sie, bis sie erstickt war. Danach soll der Mann spontan die Tageseinnahmen, das Handy und einen tragbaren Fernseher aus dem Love-Mobil an sich genommen haben. Erst danach merkte er den Ermittlungen zufolge, dass er das Portemonnaie in seiner Tasche hatte. Mit dem Geld und der Beute setzte er sich ins Auto, fuhr tanken.

Bei der Verhandlung fiel der Verdacht dann durch eine Zeugenaussage jedoch auf den 29 Jahre alten Martin H., dessen DNA am Tatort sichergestellt werden konnt und der bereits mehrfach wegen Gewalt an prostituierten Frauen in Erscheinung getreten war. Der Zeuge, ein Freund des mutmaßlichen Täters, sagte aus: „„Er stand mit dem Fuß auf der Kehle der Frau“ und „Beim zweiten Mal ging es leichter“, habe sein Kumpel ihm erzählt, der nun auch im Fall des Mordes an Romery Altagracia Reyes Rodriguez im Verdacht steht.

Phantombild des mutmaßlichen Täters, Quelle: Polizei Salzgitter
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  • Zuletzt geändert: 2017/12/27 22:21
  • von hanna