Luise Peters

Luise Peters

19. November 1938, Berlin, Mulackstraße 13

Am 19. November 1938, es war kurz nach Mitternacht, stand die Prostituierte Frieda Vogel mit einem Freier vor ihrer eigenen Wohnung an der Mulackstraße 13 und kam nicht hinein. Seit drei Wochen wohnte Frieda jetzt mit ihrer Kollegin zusammen. [P]lötzlich sahen sie durch die Türritze, wie ganz kurz Licht aufflackerte. Dann flog die Tür auf. Ein Mann rannte an ihnen vorbei und polterte die Treppe hinunter.

Luise Peters lag nackt vor der Chaiselongue. In einer großen Blutlache. Die Prostituierte Luise Peters war erstochen worden, ihr Hals war übersät mit Würgemalen.

In der Sendung „Wie kann das Publikum der Kriminalpolizei behilflich sein?“, wurde der Fall Luise Peters genau geschildert. Auch der rote Pullunder mit dem ominösen Etikett[, den der Täter hinterlassen hatte] wurde gezeigt. Am nächsten Tag gingen bei der Polizei zahllose Hinweise ein. Die meisten davon waren unbrauchbar.

Auch Bäckermeister Wilhelm Treue aus der Gipsstraße erschien auf dem Polizeirevier. Er erzählte den Beamten, dass er im Nachttisch seines Gesellen ein sehr scharfes Messer aus der Backstube gefunden habe. Er berichtete außerdem, dass dieser neulich irgendwas im Ofen verbrannt habe. Die Polizisten ignorierten seine Aussage zunächst.

Am 30. Dezember 1938 erschien Treue aber noch einmal auf dem Polizeipräsidium. Jetzt hatte er im Kohlenkeller ein blutiges Taschentuch gefunden. Der Bäckermeister behielt Recht.

Der 20-jährige Karl Sendling leugnete die Tat zwar zuerst, knickte aber schnell ein und legte ein Geständnis ab. Sein Motiv war, Geld zu beschaffen, da er seine Freundin heiraten wollte, dies aber nicht ohne Geld tun wollte und er davon ausging, dass Prostituierte immer Bargeld bei sich trügen.

Er plante also einen Raubüberfall in der damals verruchten Mulackstraße. Die Tat schilderte Sendling in seinem Geständnis so:

In der Wohnung von Luise Peters hatte er ihr erst mal drei Reichsmark für bevorstehende Liebesdienste gegeben. Die Frau zog ihren Schlüpfer aus, doch Sendling wollte, dass sie sich ganz auszog. Dafür verlangte Luise zwei Mark Zuschlag. Er gab sie ihr. In Strümpfen, Gummistiefeln und noch mit ihrem BH bekleidet legte sie sich dann auf die Chaiselongue. Karl Sendling zog nur seinen roten Pullunder aus. Dann löschte er schnell das Licht, zückte das Messer und ging sofort auf sie los. Er packte Luise mit der linken Hand an der Kehle und stach mit der rechten auf sie ein, bis sie sich nicht mehr bewegte.

Karl Sendling erbeutete 18 Reichsmark.

Er wurde am 31. Januar 1939 zum Tode verurteilt.

Ein Gnadengesuch wurde abgelehnt.1)

Der Fall wird u. a. in diesem Buch behandelt:
Regina Stürickow: „Kriminalfälle im Dritten Reich - Berlin“, http://www.deutsche-krimi-autoren.de/stuerickow.htm (Buch ausgeliehen von m., werde noch Ergänzungen vornehmen)


  • prostitutionmurders/de/luise_peters.txt
  • Zuletzt geändert: 2015/03/13 18:10
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