Lydia Schlüter

Quelle: Aktenzeichen XY

34 Jahre

„Lisa“

Donnerstag, 30. Mai 1996, Terminwohnung von Lydia, Düesbergweg 14a, Münster

Lydia war geschrieben und hatte ein Kind. Sie war seit 10 Jahren in der Prostitution tätig.

Am 30.5.1996 sprang Lydia für eine kranke Kollegin ein. Sie hatte erst einen Tag vor der Tat in Münster angefangen, vorher arbeitete sie in Duisburg. Er zahlte ihr 100 Mark, rund 50 Euro, doch plötzlich, nach dem „Sex“ wollte er das Geld von der zurück und stach schließlich wie besessen auf sie ein. Der Gerichtsmediziner zählte später 82 Wunden. Beim Kampf mit der Frau muss er sich jedoch auch selbst verletzt haben. Er hinterließ Blut und sein Sperma in einem Kondom am Tatort. Aus der Wohnung raubte er ihr Portemonnaie mit umgerechnet 1600 Euro. Der Täter hinterließ am Tatort seine Blutspur und vergaß seinen Schlüsselbund. Auf dem Weg nach Hause kaufte er sich ein Pornoheft.

43.000 Haustüren wurden von den Polizisten im Lauf der Zeit ohne Erfolg überprüft. Auch mit der Kundenkartei der Frau kamen die Beamten nicht weiter.

Fünf Jahre nach dem Mord wurde bei einem routinemäßigen DNA-Check aller einschlägig vorbestraften Gewaltverbrecher der zum Tatzeitpunkt 26 Jahre alte Täter Andreas K. aus Boenen (an anderer Stelle Bernd S. aus Unna) gefunden. Der Schlüssel passte in seiner Wohnung. Er saß bereits in der Psychiatrie, denn der Mord war nicht seine einzige Gewalttat:

Er tötete 1991 eine Joggerin und war nur eine Woche vor der Tat an Lydia vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Ein Jahr nach der Tat fiel er insgesamt 4 mal wegen Exhibitionismus auf, weshalb er in die Psychiatrie eingewiesen werden sollte. Er floh aus dem Gericht, stellte sich jedoch drei Tage danach freiwillig der Polizei.

Der Täter wurde für den Mord an Lydia Schlüter zu 14 Jahren Haft und anschließender Verwahrung im Maßregelvollzug verurteilt.

Aktenzeichen XY ungelöst 10.01.1997

Akte Mord, 08.06.2003 RTL II

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