Mandy Z.

Mandy Z., 16 Jahre, Quelle: Hamburger Abendblatt

Freitag, 24.09.1993, Humboldtstrasse, Hamburg- Barmbek

Mandy stammte aus einem Dorf bei Halle. Immer wieder wurde das fröhliche Mädchen zwischen Eltern und Großeltern hin und her geschoben. Mandy war gerade 13 geworden, als sie eines Tages ihre wenigen Habseligkeiten vor der elterlichen Wohnungstür fand und in einem Kinderheim landete.

Im Februar 1993 lief sie aus dem Heim davon und strandete am Hamburger Hauptbahnhof.

Schnell geriet das Kind in die Hände des spanischen Zuhälters Pablo. Es war ein Leichtes für ihn, sich das Vertrauen des Mädchens zu erschleichen. Bereits nach wenigen Tagen ging sie für ihn anschaffen − aus Liebe.

Gundula Fr., die damals in demselben Appartement an der Humboldtstraße (Barmbek Süd) wie Mandy arbeitete, berichtet nun, sie habe mitbekommen, wie ihr Ehemann Rolf Fr. (47) seinen Geschäftspartner Gerald F. (34) herbeitelefoniert habe. „Er ist da, komm“, habe er über Pablo, der mit Mandy im Nebenzimmer war, gesagt. Rolf Fr. und Gerald F. hätten sich dann zunächst in die Küche zurückgezogen, schildert die Zeugin. „Dann hörte ich Schüsse. Ich weiß nicht, wie viele. Dann kam auch schon Mandy in mein Zimmer gerannt. Sie rief: ‚Die wollen Pablo erschießen!‘“ Im nächsten Augenblick sei Gerald F. in den Raum gestürmt. „Mandy schmiss sich aufs Bett, zog ihre Beine wie in Embryostellung an sich und quiekte.“ Einer der Mörder habe „direkt vorm Bett gestanden, er schoss mit ausgestrecktem Arm“. Gundula sah, wie beide Bordelchefs der 16-Jährigen ins Gesicht schossen.

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