"Mandy"

„Mandy“, 31, Türkin

9. Dezember 2007

Der 23-Jährige Täter Stefan G. war dort wo „Mandy“ arbeitete, in einem Neu-Ulmer Eros-Center, als Bordellhausmeister tätig und hatte wie er sagt ein Verhältnis mit ihr. In einem Hotel in Neu-Ulm sollen die beiden am Tattag in Streit geraten sein – mit tödlichem Ausgang.

Stefan G. hatte behauptet „Mandy“ habe am Tatwochenende entgegen der Vereinbarung Freier empfangen. Darüber sei es zum Streit gekommen, in dessen Verlauf sie ihn angeblich als „Schlappschwanz“ verhöhnt und gedroht habe, ihre Beziehung dem Bordellchef zu offenbaren, was den Verlust seines Arbeitsplatzes bedeutet hätte. Anschließend transportierte der Täter zusammen mit einem Bekannten , Daniel S. (27), ebenfalls Hausmeister in Bordell,, die Leiche in einem Koffer an den Sandhackensee bei Thalfingen, wo die beiden den Koffer mit Benzin übergossen und anzündeten. Ein Fischer fand die bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche in einem Waldstück am See. Sie konnte nur anhand ihres Nasenpiercings, einem springenden Delfin, identifiziert werden. Nach Aussagen von Stefan G. erwürgte er „Mandy“ in einer Art Schwitzkasten. Daniel S. sagte aus, Stefan G „Mandy“ sei nach dieser Tat nur bewusstlos gewesen und Stefan G. habe sie, als sie zu röcheln anfing, anschließend mit einem Handtuch erdrosselt. Die Gerichtsmedizinerin hielt angesichts der Verletzungen beide Varianten für möglich, letztere aber für „plausibel“.

Der Täter war bereits Anfang des Jahres wegen Kokainhandels zu einer 20-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Er bewohnte seit seinem zehnten Lebensjahr mit seiner drei Jahre älteren Schwester allein ein Haus in einem Neu-Ulmer Stadtteil. Weder die Lehrer, noch die Nachbarn hatten jemals Alarm geschlagen wegen zwei allein wohnender Kinder. Sie waren nach der Trennung der Eltern weitgehend auf sich selbst gestellt, nur ab und zu schauten der Vater oder die Mutter vorbei. Der Täter driftete ins Rauschgiftmilieu ab, nahm mit 14 Jahren erstmals Drogen, zunächst Marihuana und Haschisch, später Kokain. Das elterliche Anwesen wurde zum Drogenumschlagsplatz, die Schule beendete er nach der achten Klasse. Da hatte er schon mit dem Jugendrichter Bekanntschaft gemacht.

Stefan G. wurde wegen Todschlags zu 12 Jahren Haft verurteilt. Die Nebenklagevertretung hatte lebenslänglich wegen Mord gefordert.

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