Sabine Demuth

„Tanja“

28 Jahre alt, Deutsche

Sonntag, 29. März 1987, 0:25 Uhr Hamburg, Reeperbahn 95

Sabine stammte aus Konstanz. Sie war erst vor wenigen Jahren nach Hamburg gekommen. Ihre Mutter sagte Abenteuerlust habe sie nach Hamburg getrieben. Sie lebte zusammen mit Manfred G., dem Besitzer der Steige in der Reeperbahn, in einer Wohnung an der Mörkenstraße.

Rache und Angst vor einer HIV-Erkrankung trieben den 28 Jahre alten Täter Andreas Salzmann aus Bendestorf zu einem Amoklauf. Er erschoß Sabine Demuth und einen Wirtschafter, und verletzte einen zweiten schwer bevor er sich selbst umbrachte.

In einem Abschiedsbrief an seine Mutter hatte Andreas Salzmann die Tat begründet: Ich habe Aids! Das habe ich mir bei Prostituierten geholt - und eine von ihnen werde ich mit in den Tod nehmen.

Mit den Worten „Ich will noch zum Kiez“ hatte sich Andreas Salzmann am Nachmittag von Freunden in Harburg verabschiedet. Er wirkte deprimiert. Gegen 20 Uhr sprach er am Hans-Albers-Platz wahllos mehrere Prostituierte an und ging schließlich mit der dunkelblonden Sabine Demuth in die Steige.

Um 0.25 Uhr fielen die Schüsse: Andreas Salzmann tötete Sabine mit einem Schuß in den Mund; sie wurde angekleidet, in einem Sessel sitzend, gefunden.

Auf dem Flur streckte er dann den herbeieilenden Wirtschafter Lothar Herrmann (46) mit Schüssen in Kopf und Bauch nieder. Den zweiten Wirtschafter Gerd C. (40) traf eine Kugel in der Brust. Schließlich richtete Andreas Salzmann sich selbst. Die Polizei fand später zehn leere Patronenhülsen am Tatort - der Todesschütze hatte seinen Revolver Smith & Wesson 357 Magnum während der Tat nachgeladen.

Nach dem Mord gründete sich in Hamburg die „Solidarität Hamburger Huren“

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