Stephanie W.

23 Jahre, Deutsche

30. September 2013, Barsinghausen

Stephanie begann nach Abschluss der Schule eine Ausbildung als Erzieherin, die sie jedoch abbrach, da ihr Freund sie zur Prostitution zwang (FKK-Villa in Bornulm).

Der Täter, der 33-Jährige Björn F., nahm den Mord an seiner Freundin per Videokamera auf: Er fesselte die nackte Stephanie im Obergeschoss seines Elternhauses und traktierte sie insgesamt sechs Stunden lang mit Fausthieben, Stockschlägen und Tritten. Allein in dem vom Gericht in Augenschein genommenen 20 Minuten-Video waren Hunderte von Schlägen zu vernehmen, garniert mit weiteren Misshandlungen und vulgären Beschimpfungen, gespickt mit hasserfüllten Sätzen wie „Ich töte dein Leben“ oder einem zynischen „Baby, I love you“. Am Ende urinierte er auf die leblose Frau.

Bei Stephanie w. wurde ein Schädelhirntrauma, ein zertrümmerter Unterkiefer, ein gebrochenes Nasenbein, schwere innere Verletzungen und etliche Hämatome festgestellt.

Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Wolfgang Rosenbusch, wie lange das Opfer bei Bewusstsein war, sagte ein Rechtsmediziner: „Sie hat noch viel mitgekriegt.“ Erst gegen Ende sei sie „bewusstseinsgetrübt“ gewesen. Während der Tat hatte er noch mehrfach telefonischen Kontakt zu Freunden und Bekannten, einem schickte er sogar Fotos von der Tat. Der Mann aus dem Türstehermilieu verständigte sofort die Polizei. Stephanie W. erlag am Folgetag ihren schweren Verletzungen, nachdem sie am Tatort von den Rettungssanitätern noch einmal wiederbelebt werden konnte.

Vor Gericht sagten andere Zeuginnen, darunter auch Ex-Freundinnen des Angeklagten, aus, dass er von Kontrollwahn und Eifersuchtsanfällen getrieben war, sie berichteten von Prügelattacken und Psychoterror. Eine Ex-Freundin berichtete, er habe sie zur Prostitution zwingen wollen, sie habe sich ihm jedoch entziehen können. Der Täter plädierte auf „schulunfähig“, sprach von einem Filmriss. Dies wurde jedoch auf einem 122-seitigen Fachgutachten widerlegt: Björn F. stand zwar zum Mordzeitpunkt am 30. September 2013 unter Alkohol (1,42 Promille), hatte zuvor Drogen (Kokain, Amphetamin, Valium) genommen. Der Sachverständige: „Ich kann nicht annähernd eine rauschbedingte Ataxie (med. Fachausdruck für Störung der Bewegungskoordination) feststellen. Ihm gelangen mit dem Handy passable Bilder, er zoomte in einer Einstellung auf seine Hand. Er kommentierte sein Handeln. Der Angeklagte konnte sein Opfer gezielt schlagen, erreichte eine hohe Schlagfrequenz, steigerte sie sogar.„

Der Psychiater charakterisierte Björn F. als gefühlsarm, manipulativ, egozentrisch und narzisstisch – aber nicht als psychisch krank. Der Barsinghäuser hatte nichts gelernt, kam aus normalen Elternhaus. Seine meisten Freundinnen schickte er auf den Strich, lebte von deren Prostituierten-Lohn. Auch Stephanie W. musste für ihn anschaffen gehen. „Ein parasitärer Lebensstil“, so der Gutachter. Björn habe sich so die Wohnung, seine Drogen finanziert – und eine Nasenkorrektur bei einem Schönheitschirurgen.

Björn F. wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt.

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  • Zuletzt geändert: 2015/11/18 20:44
  • von mpoint