Sylvia Schmidt

Quelle: Aktenzeichen XY

19 Jahre

Donnerstag, 2. Mai 1985, gegen 18 Uhr, Terminwohnung am Europakanal 34, Erlangen

Sylvia ging aufs Gymnasium und bereitete sich 1985 auf ihre Abiturprüfungen vor. Ihr erster Versuch war an Mathe gescheitert. Sie hatte mit 17 Jahren geheiratet und lebte unter Billigung ihrer Eltern mit ihrem Ehemann, der bei den amerikanischen Streitkräften als Wachmann arbeitete, zusammen.

Sie fehlte trotz der kurz bevorstehenden Prüfungen ab März 1985 immer öfters im Unterricht. Der Grund: Ab Anfang 1985 hatten Sylvia und ihr Mann die Terminwohnung angemietet. Über ihre Tätigkeit als Prostituierte wissen nur ihr Mann und das Gesundheitsamt Bescheid.

Sylvia wurde am 2. Mai 1985 durch einen „Freier“ ermordet. Sie fehlte erneut in der Schule. Ab etwa 12 Uhr empfängt sie „Freier“.

Laut Obduktionsbericht lautete die Todesursache Blutschock durch hohen Blutverlust bei gleichzeitiger Störung der Atemfunktion durch Kompression der Lunge.

Sylvia wurden insgesamt 20 Schnittwunden zugefügt, zwei davon postmortal. Der Täter positionierte sie so, dass sie für Eintretende gut sichtbar war. Er verteilte ihr das Blut im Gesicht und schnitt ihr büschelweise die Haare ab.

Sylvia wurde gegen 22 Uhr von ihrem Ehemann tot aufgefunden.

Der zum Tatzeitpunkt 20 Jahre alte Täter Roland K. wurde 1995 wegen zwei vollendeter Vergewaltigungen und einer versuchten Vergewaltigung (jeweils an prostituierten Frauen) verurteilt. Nachdem ihm auch der Mord an Sylvia nachgewiesen werden konnte wurde er 1998 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt (Landgericht Nürnberg-Fürth Az.: Kls 600 Js 37924/97)

Er war durch seinen Fingerabdruck überführt worden. Dieses System wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht lange verwendet.

Aktenzeichen XY Februar 1986

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