Sylvia Z.

37 Jahre

26.08.1999

Berlin - Prenzlauer Berg

Sylvia wurde von ihrem „Freund“ zur Prostitution Hartmut N. zur Prostitution gezwungen.

Im August 1999 trennte sich Sylvia von ihm. Polizei und Frauenhaus-Mitarbeiterinnen schätzten ihre Lage so ernst ein, dass sie so schnell wie möglich in ein Frauenhaus nach Westdeutschland gebracht werden sollte: Hartmut N. drohte sie umzubringen. Sylvia war mit den Nerven am Ende und in ärztlicher Behandlung. Vor ihrer Abreise hatte sie sich noch einen letzten Termin in einer Nervenarztpraxis geben lassen. Das Angebot der Frauenhausmitarbeiterinnen sich begleiten zu lassen lehnt sie ab.

Am Nachmittag des 26. August ging Harmut N. in die Praxis des Nervenarztes im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg und forderte sie auf zu ihm zurückzukommen. Weil sie sich weigerte wurde er wütend und erschoss Sylvia Z. mit zehn Schüssen. Auch die Arzthelferin Margit G, die der verletzten Sylvia zur Hilfe eilen wollte, wurde von ihm mit weiteren drei Schüssen niedergestreckt. Beide Frauen starben noch am Tatort.

Hartmut N. hatte zuvor beim Arzt angerufen, sich als ihr Lebensgefährte ausgegeben und um eine Terminbestätigung gebeten.

Hartmut N. wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er war zwei Jahre zuvor vom Amtsgericht Neuss bereits zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er eine andere Frau mit einem Schlagring schwer misshandelt hatte. Verteidigung und Staatsanwaltschaft gingen in Berufung und er kam in der Zwischenzeit auf freien Fuß. Der Haftbefehl war mit der Begründung aufgehoben worden, dass er nicht vorbestraft sei und „keine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle“

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  • von hanna