Yana Monakhova

52 Jahre, Ukrainerin (auch: „Anita“)

18. November 2012, Rostock, Doberaner Straße 146, Terminwohnung

Yana M. war 52 Jahre alt und Mutter eines Sohnes. Ihm schickte sie regelmäßig Geld in die Ukraine. Sie war neu in Rostock, wollte für 3-4 Wochen bleiben. Für die Terminwohnung zahlte sie eine Wochenmiete von 400 Euro.

Der 22 Jahre alte Täter Paul K. gestand vor Gericht seine Mordphantasien. In seinen Gedanken habe er schon einen früheren Ausbilder oder auch seine Cousine getötet. Bis ins Detail plante der Metzger-Auszubildende den Mord an Yana M. Als Opfer sei sie völlig austauschbar gewesen, ein Zeichen für Mordlust. Die Prostituierte hatte er sich ausgesucht, weil er bei einer Frau in diesem Gewerbe die geringste Wahrscheinlichkeit sah, entdeckt zu werden. Am Nachmittag des Tattages suchte er zunächst eine so genannte Modellwohnung in der Fritz-Reuter-Straße auf, verließ sie aber wieder, weil dort mehrere Prostituierte zugegen waren. Dann ging er in die Doberaner Straße. Gegen 18 Uhr klingelte er bei „Müller“, wie es in einem Internetportal für Freier angegeben war, und sein Opfer öffnete. Paul K. versetzte der Frau einen Bauchstich, woraufhin sie sich nach vorne beugte. Nun stach er dreimal in ihren Rücken. Yana M. schrie. Er hielt ihr den Mund zu und durchtrennte mit zwei Schnitten beide Halsschlagadern. Die Frau verblutete.Das Messer aus seinem Lehrbetrieb hatte eine 18 Zentimeter lange Klinge. Yana M. wurde erst nach 8 Tagen in ihrer Terminwohnung gefunden. Die tote Yana M. war von dem Untervermieter der Wohnung entdeckt worden. Nachdem er die Mietzahlung nicht pünktlich bekommen habe, sei er persönlich zur Wohnung gegangen, um sich das Geld zu holen. Aber schon zuvor hätten Bewohner der Hauses einen unangenehmen Geruch wahrgenommen, berichtete die Staatsanwaltschaft nach dem Verbrechen.

„Ich bin der Teufel, was ich tue, ist des Teufels Werk“ – das wollte Paul K.mit dem Blut von Yana K an die Wand schreiben. Nur wenige Minuten, nachdem er sie getötet hatte. Er ließ es aber dann doch.

Quelle: Karsten Wilke, Ostseezeitung

Es gab laut Richter keine Hinweise auf eine psychische Erkrankung. Laut psychiatrischem Gutachter war er bei seiner Tat kühl und rational, es gab keine Anzeichen von Impulsivität oder Sadismus, Bewusstseinstrübung oder klinisch relevanten Persönlichkeitsstörungen. „Ein organisierter Tätertyp mit kalter Aggression“, hatte der Gutachter festgestellt.

Bis zum November 2012 führte der Angeklagte ein ganz normales Leben. Er schloss die Realschule ab, hatte trotz Trennung der Eltern ein gutes Verhältnis zu Vater und Mutter und ein ganz besonderes zu den Großeltern. Eine Lehre als Mechatroniker bei MAN brach er im dritten Jahr ab. Im Globus-Markt fand er eine neue Ausbildungsstelle als Fleischer. In seiner Freizeit spielte er Rugby, las viel und war Mitglied einer Rockband. Er ist nicht vorbestraft. Aber Paul K. stand auf käuflichen Sex, besuchte hin und wieder Prostituierte in so genannten Modellwohnungen. K.wohnte mit seiner Mutter in einer Zweiraumwohnung im Rostocker Stadtteil Reutershagen. Dass er Alkoholprobleme haben soll, berichtet sein Freund Thomas S., mit dem er drei Jahre lang Musik gemacht hat. K. habe ihm auch berichtet, er sei sexsüchtig und würde oft ein Bordell besuchen. Mutter Sabine K. weiß neben der Sexsucht auch von Schulden zu berichten: Sie habe gewusst, dass ihr Sohn viel Geld bei Prostituierten lassen und hohe Schulden haben würde. (OZ-Informationen)

Paul K. konnte das Geschehen in seinem Hirn kaum beschreiben. Er schilderte aber, wie er das Verbrechen heute sieht: „Das ist nichts Schönes, einen Menschen zu töten. Das hat niemand verdient“, sagte er am ersten Prozesstag erschrocken von sich selbst.

Aufgrund seines Geständnisses kam es nicht zu einer Verurteilung mit schwerer Schuld. Er wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe (ohne anschließende Sicherheitsverwahrung) verurteilt.

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  • von mpoint