"Yenna"

„Yenna“

22 Jahre

Rumänin

Mittwoch, 24. Mai 2017

Regensburger Straße 39, Nürnberg (Terminwohnung, bei „Himmel“, 6. Obergeschoss)

Gegen 22:30 wurde die Feuerwehr zu einem Wohnungsbrand gerufen. Bei den Löscharbeiten fand sie die leblose „Yenna“, die seit vier Tagen in der Terminwohnung der Prostitution nachging. Dem Ermittlungsstand zufolge wurde sie Opfer eines Gewaltverbrechens. Der Brand diente wohl zur Vertuschung des Mordes.

Im Internet wurde „Yenna“ als 18 Jahre alte Ungarin beworben. Bei der Regensburger Straße handelt es sich um eine bekannte „AO“ (Alles Ohne Kondom) Adresse, was immer auf besonders unfreie Lebensverhältnisse der prostituierten Frauen schließen lässt.

Felix R., Quelle: BILD

Am Tatort konnten, wie am Tatort von "Miyoko", DNA-Spuren des 21 Jahre alten Nürnbergers Felix R. sichergestellt werden. Beide prostituierten Frauen wurden gefesselt und durch Strangulation ermordet. Felix R. war in der Vergangenheit wegen Diebstahls und Körperverletzungen gegen Frauen aufgefallen.Immer wieder soll es wegen ihm zu Stress gekommen sein, etwa wegen Gewalt gegen die Frauen und Zahlungsverweigerung.

Für eine halbe Stunde wollte er 50 Euro bezahlen, er kaufe doch nicht „die Katze im Sack“, von wegen die ganze Nacht – er habe die Frau von Anfang an im Unklaren gelassen. Da er ihr einziger Freier war, sei sie gezwungen gewesen, sich auf die Situation einzulassen.

Felix R. habe ihr vorgegaukelt, sie die ganze Nacht zu buchen - dies schon allein, um weitere Freier als unliebsame Zeugen zu verhindern, so Weyde. R. fesselte Yennas Arme mit Mullbinden auf deren Rücken und strangulierte sie mit Schnürsenkeln. Bevor er ihre Wohnung verließ, steckte er ihr Bargeld ein, stellte ein brennendes Teelicht aufs Bett und legte einige Blatt Toilettenpapier dazu. Am nächsten Tag ging es ihm auffällig gut - Zeugen hatten bestätigt, dass er sich um ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft bewarb. Dort fiel er positiv durch seinen Humor auf. Lang hielt die Hochstimmung nicht an. Oberstaatsanwalt Weyde: „Tage später suchte er im Internet nach einem neuen Opfer.“

Felix R. wurde zu lebenslänglicher Haftstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. In der Haft, am 12. Juli, plante Felix R. die ihn betreuende Gefängnis-Psychologin als Geisel zu nehmen, um Forderungen durchzusetzen: “In der Zelle waren die Fenster bereits mit hochgestellten Matratzen verstellt, und als JVA-Mitarbeiter den Haftraum kontrollierten, entdeckten sie verknotete Gummis aus dem Hosenbund von Jogginghosen. Eine Schlinge? R. bestreitet, dass er die Frau fesseln wollte, vielmehr sei mit der Schnur eine Matratze zur Rolle gebunden worden, angeblich um als Boxsack zu dienen. In der Zelle lag auch, notiert auf einem Blatt Papier, ein Forderungskatalog. Von Fluchtgedanken kann keine Rede sein: Felix R. schwebte ein ständig gut gefüllter Kühlschrank vor, statt Hofgang unbegrenzter Zugriff auf das Internet und 600 Euro Guthaben für “World of Warcraft”.

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  • Zuletzt geändert: 2018/11/29 14:49
  • von hanna