Yvonne G.

Quelle: BILD

27 Jahre

Februar 2008

Yvonne G.s Wohnung, Musikviertel Leipzig

[Es ist unklar ob Yvonne G. von ihren Sexualpartnern bezahlt wurde, oder ob die sexuellen Handlungen ohne Geldtransfer stattfanden]

Nach bestandenem Abitur (Note: 1,5) zog Yvonne G. nach Leipzig und schrieb sich an der Universität für Jura ein. Während beim zweiten Staatsexamen ein Viertel von 256 Prüflingen durchfiel, schaffte sie es mit der Note „voll befriedigend“ auf Platz 19.

Tagsüber vertrat Yvonne G. Unternehmen für eine renommierte Wirtschaftskanzlei. Nach Feierabend tauschte sie ihre dunklen Hosenanzüge gegen Korsett, Minirock und hohe Stiefel, ging auf Swingerpartys oder suchte als „Innocentia“ schnellen Sex im Netz.

Yvonne G. wurde tot in ihrer Wohnung gefunden. Mit einem Strick um den Hals, erhängt an der Türklinke.

Vyonne hatte sich im Jahr zuvor mit HIV angesteckt (wovon sie wahrscheinlich noch nichts wusste). Ihrem Tagebuch waren Selbstmordabsichten zu entnehmen.

Der mutmaßliche Täter Oliver K. (45) wurde 2013 wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Er stand in Yvonne G.s „Sex Tagebuch“, seine DNA wurde an dem Strick gefunden. Er stritt jeglichen Kontakt zu ihr ab, obwohl er ihr eine SMS geschickt hatte.

Der Stern schrieb zu dem Fall: „Der mysteriöse Todesfall der jungen Anwältin erzählt nicht nur von Staatsanwälten, die offenbar Beißhemmungen entwickeln, wenn sie in sogenannten besseren Kreisen ermitteln sollen. Er gibt tiefe Einblicke in das Sexleben einer sächsischen Großstadt, die schon Schauplatz vieler Skandale war, in denen die Justiz nicht immer eine rühmliche Rolle gespielt haben soll.

Der Fall kam erst vor Gericht, als die Mutter gegen die Einstellung geklagt hatte. „Ich habe das Gefühl, dass der Tod meiner Tochter nicht vor Gericht soll, weil sie viele gut situierte Liebhaber hatte, die als Zeugen in Betracht kämen“

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  • Zuletzt geändert: 2015/03/13 18:10
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