Name unbekannt

24 Jahre, Bulgarierin

22. September 2011, Dortmund, Nordstadt, Mallinckrodtstraße

Der Täter Angel D. (34) hat eine namentlich unbekannte Prostituierte mit Hammerschlägen und Messerstichen schwer verletzt. Ihr Leben konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.

Laut Aussage des Opfers handelte es sich um ihren früheren Zuhälter, der ihr alle Einnahmen weggenommen hatte. Mehrfach kam es zu Körperverletzungen ihr gegenüber. Zu dem Vorwurf, er habe die Frau einmal tagelang in einem Zimmer eingesperrt und dabei immer wieder mit einem Hammer auf ihre Beine eingeschlagen zu haben, äußerte er sich konkret nicht. Im Juni 2011 hatte er sie mit einer Kabeltrommel verdroschen, weshalb sie nackt aus dem Badezimmerfenster sprang.

Nachdem die Prostituierte im Sommer für einige Wochen zu einem Freier ins Sauerland geflüchtet war, kehrte sie im September wieder nach Dortmund zurück. Als der Angeklagte sie bei einem Spaziergang entdeckte, soll er ihr in ein Internet-Café (Cafe Europa) gefolgt sein. Dort stieß er ihr ein Messer zweimal in den Rücken.

„Ich wollte sie bestrafen, weil sie mich verlassen hatte. Ich wollte ihr Schmerzen zufügen und sie so dazu bringen, wieder zu mir zurückzukehren“, erklärte der 34-Jährige. Während der Mann aber behauptete, er habe die Frau nicht töten wollen, sagte diese aus, ihr Peiniger habe sie vor den Messerstichen angebrüllt: „Wenn du nicht mir gehörst, dann bringe ich dich eben um.“

Nach ihrer Behandlung im Krankenhaus hat sich die 24-Jährige inzwischen aus dem Rotlicht-Milieu gelöst und ist mit ihrer Mutter nach Berlin gezogen. Auch ihre Drogenproblematik will sie bekämpfen.

Der Täter wurde zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Lautete die Anklage bei Prozessbeginn noch versuchter Mord, ging die Kammer jetzt von einem „Rücktritt vom Versuch“ aus und verurteilte den Mann wegen gefährlicher Körperverletzung und räuberischer Erpressung (er wollte Geld von ihr, wie auf einem Überwachungsvideo zu hören war).

Ein gesondertes Verfahren wurde gegen den 72-Jährigen Hauswirt des Opfers eingeleitet wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung und Freiheitsentziehung.

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  • Zuletzt geändert: 2015/03/13 18:06
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